Vereinsgeschichte

So fing alles an


Beim Filmfestival 2008 in München hatte ein Mitglied des gemeinnützigen Vereins "denkwerk-stadt" Saarbrücken den amerikanischen Dokumentarfilm "young@heart" gesehen, der auf liebevolle Weise die berührende Geschichte eines Senioren-Rock-Chores gleichen Namens nachgezeichnet hat. "Wieso könnte es einen solchen Chor - quasi als deutsche Antwort auf "young@heart" - eigentlich nicht auch bei uns geben?", fragte man sich daraufhin in Saarbrücken.

 

"Klingt einfach, ist manchmal aber gar nicht so einfach - aber mit vereinten Kräften kann es gelingen", entschloss sich dann aber letztendlich die "denkwerk-stadt" doch, das Projekt "Senioren-Rock-Chor" anzugehen. Der ursprüngliche Plan, mit einem ersten "rockigen Dutzend" im Jahre 2008 nur ein Lied einzustudieren, erwies sich sehr schnell als zu kurz gegriffen. Die Freude beflügelte die begeisterten Oldies, sich in nur zwei Projekt-Jahren zu einem außergewöhnlichen, permanent aufstrebenden Klangkörper weiter zu entwickeln.

 

Am 21. Mai 2010 entließ die "denkwerk-stadt" die sangesfreudigen Senioren in die Selbständigkeit. Mit der Vereinsgründung bekam der Projektchor nun den offiziellen Namen "HeartChor Saar e.V.", Verein zur Förderung innovativer Seniorenarbeit.

 

21. Mai 2010 Gründungsversammlung des neuen HeartChor Saar im Uhrenhäuschen, Quartier Eurobahnhof  - Erster Vorstand -
21. Mai 2010 Gründungsversammlung des neuen HeartChor Saar im Uhrenhäuschen, Quartier Eurobahnhof - Erster Vorstand -

 

Zusammen bringen es die derzeit 33 Frauen und 22 Männer auf gut 4.000 Jahre. Dabei ist die bisherige Maxime auch in der Eigenständigkeit gleich geblieben: Wer beim HeartChor Saar mitsingen will, muss mindestens 60 Jahre alt sein. Und man sollte auch dazu bereit sein, sich mit - teilweise harter - Rockmusik auseinanderzusetzen.

 

Mittlerweile kann der HeartChor Saar schon etliche größere Auftritte in seinen Annalen vermerken (s. unter Daten und Fakten der Website www.heartchorsaar.de). So beispielsweise bei den Saarbrücker Altstadtfesten 2009, 2010 und 2013, bei Auftritten in der Staatskanzlei, im Sozialministerium, im Rathausfestsaal, in der Stadthalle Dillingen, in der Kulturhalle Schmelz, usw., auch Open-air. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist den Sängerinnen und Sängern indes ein Auftritt, jeweils in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken und Zweibrücken, bei dem erwartungsgemäß die harten Songs von "Rammstein" und den "Ärzten" von den Strafgefangenen ganz besonders mit Beifall bedacht wurden. Aber auch der erste gemeinsame, generationenübergreifende Auftritt mit den Schulrockern der Burbacher Grundschule Füllengarten mit dem Bob-Dylan-Song "Forever young" ist unvergessen.

 

In unserer generationsübergreifenden Arbeit haben wir bereits 2 Projekte durchgeführt, und zwar mit den Burbacher-Schulrockern (Rockband und Schülern) und ganz frisch das Projekt “Musik von Alt und Jung“ mit PÄDSAK e. V. (beteiligt auch unsere Live-Rockband um Christian Conrad). Unser Ziel war, Kids und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren in unsere Seniorengemeinschaft gesanglich für ein halbes Jahr zu integrieren, unsere Freude und Begeisterung an Gesang und Musik vorzuleben und an unsere jungen Freunde (hoffentlich erhaltend) weiterzugeben. Die Abschlussveranstaltung war ein großer Erfolg für alle. Das Projekt wurde begleitet vom SR und gefördert und unterstützt durch die AKTION MENSCH.

 

Dass sich unsere Sänger/innen noch lange nicht zum sogenannten "alten Eisen" zählen lassen, das beweist der HeartChor Saar in jeder Woche neu bei seinen Gesangsproben. Sie wollen nicht zu Hause "vergammeln" oder sich von der Flimmerkiste berieseln lassen. Sie wollen auch in fortgeschrittenem Alter aktiv bleiben - und sind es auch; trotz des Lampenfiebers, das sie immer noch befällt, wenn es wieder mal heißt: "Let's rock it!". Und das mit voller Begeisterung und Freude!!!

 

Text: Helmuth Bock & Anneliese Groß

Stand März 2014